top of page

Das Juze-Mitte gegen Rassismus & Ausgrenzung

Das Juze-Mitte versteht sich als Ort, an dem jeder Mensch - unabhängig von Herkunft, Religion, Aussehen, Sexualität, Identität etc. - willkommen ist und sich wohlfühlen soll. Das machen die Mitarbeitenden und Besuchenden immer wieder durch verschiedene Projekte auch nach außen hin deutlich. Hier werden einige davon vorgestellt.

Die Anti-Rassismus-Wand
Anti-Rassismus-Wand

Einmal im Monat findet im Juze-Mitte eine Kinderversammlung statt, bei der alle anwesenden Kinder mit entscheiden können, was im und um das Juze-Mitte herum so passiert. Es ging um die Innengestaltung der Wände. Bei diesem Thema meldete sich ein junges Mädchen und fragte, ob wir nicht aus der neutralen Wand am Billard eine „Anti-Rassismus-Wand“ machen können. Gesagt, getan! Es wurden Ideen gesammelt; verschiedene Sprüche, gerne positiv formuliert, sollten es werden. Die nächsten Wochen verbrachten wir mit den Kindern und Jugendlichen damit, Ideen für die Aussagen zu sammeln. Alle durften ihre Vorschläge mit einbringen und es wurde daran rumgepfeilt, diskutiert und sich letzten Endes entschieden. Um immer mal wieder auch Änderungen vorzunehmen, wurden die Sprüche dann von den Kindern und Jugendlichen zusammen mit unserer Ehrenamtlerin Svenja auf Leinwände gebracht. Das wunderbare und kreative Ergebnis kann im Juze-Mitte bewundern. Einen kleinen Vorgeschmack geben schon einmal die Bilder...

Eine Turnhalle wurde zur Leinwand
Turnhalle

Im Jahr 2017 haben einige Jugendliche aus dem Juze wieder einmal bei einem Projekt ihre Kreativität unter Beweis stellen können. Die Aufgabe: Die Turnhalle an der Geschwister-Scholl-Realschule im Rahmen der Projektreihe „Ausgrenzung? – Nicht mit uns!“ bunt gestalten. Das Thema: Ein Statement gegen Ausgrenzung und zur Drogenprävention. Über einige Wochen trafen sich die Jugendlichen regelmäßig mit den Graffiti-Künstlern Noah Graham und Tobias Lipponer, um die Ideen dann letztendlich am Samstag, den 25.03.2017, an der Wand umzusetzen. Daneben konnten gleichzeitig lokale Graffiti-Künstler an einer freien Wand ihre eigenen Ideen verwirklichen.

Das Ergebnis zeigt auf der einen Seite die Sicht der Jugendlichen auf den aktuellen fremdenfeindlichen Trend, der sich leider oftmals in Gewalt gegen Flüchtlinge und Andersdenkende äußert. Mit dem Slogan „Quatschen statt Klatschen“ soll deutlich werden, dass Gespräche über das Thema besser sind, als gedankenlose Zustimmung im Sinne von Applaus oder eine resultierende Gewalt gegenüber anderen Menschen.

Die andere Seite der Turnhallenfront zeigt einen möglichen Weg bei Drogenkonsum auf. Beginnend mit Zigaretten und Alkohol kann es bei übertriebenen Konsum in die Abhängigkeit und Verzweiflung führen. Allerdings sind die Jugendlichen der Meinung „Die Dosis macht das Gift“ und plädieren somit für einen maßvollen und verantwortungsbewussten Genuss.

Die Wanderausstellung "Braunzone" zu Besuch im Juze-Mitte

Wie bereits 2012 hatten wir auch im Jahr 2016 vor und während der Herbstferien die Wanderausstellung "Braunzone - Ideologien und Strukturen der extremen Rechten an Beispielen aus NRW" vom Jugendclub Courage Köln e.V. in unserer Einrichtung zu Gast.

Diese beschäftigt sich mit rechtsextremen Kernelementen, wie Nationalismus, Rassismus oder Antisemitismus und stellt diese an aktuellen Beispielen dar. Es geht unter anderem um politische Entwicklungen der letzten Jahre in Deutschland und regional in Köln und deren Einfluss auf andere Szenen wie z.B. Fußball und Musik. Das Thema NSU wurde in den vergangenen Jahren neu in die Ausstellung mit aufgenommen.

Wer leider keine Zeit gefunden hat, sich die Ausstellung in natura anzuschauen, kann über den folgenden Link zum Jugendclub Courage Köln e.V. gelangen und sich die Ausstellung online anschauen. Wanderausstellung Braunzone

Neben der Wanderausstellung wurden im Jahr 2016 noch weitere Aktionen und Ausflüge zum Thema "Rassismus und Ausgrenzung" gemacht. Im März waren wir mit einer Kinder- und Jugendgruppe im NS-Dokumentationszentrum (NS-Dok) und sind dort durch die Dauerausstellung geführt worden. Das NS-Dok ist die "größte lokale Gedenkstätte für Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland". Sie wurde im ehemaligen Gestapo-Gefängnis am Appellhofplatz eingerichtet. Im Keller des Museums sind noch alte Gefängniszellen mit Originalinschriften erhalten. Das Haus, die Geschichte und das Erlebnisse einzelner Personen waren sehr interessant und beeindruckend für unsere Besuchenden. Einige konnten sogar russische und polnische Inschriften vorlesen und übersetzen. Alles in allem ein bewegender und nachdenklich machender Ausflug.

In den Herbstferien 2016 waren wir außerdem mit einer Jugendgruppe in Köln-Ehrenfeld unterwegs und haben dort an einer vom NS-Dok geleiteten Führung zum Thema "Jugend in Ehrenfeld während der NS-Zeit" teilgenommen. Diese führte uns zu Orten an denen sowohl angepasste, als auch rebellierende Jugendliche lebten. Sie zeigte uns auch Stellen, an denen Juden diskriminiert und Verbrechen unter den Augen der Nachbarn ungestraft verübt werden konnten.

Zusätzlich wurden verschiedene Filmabende zu den Themen Rassismus, Ausgrenzung, Neonazismus etc. angeboten.

bottom of page